Sind Diamanten selten? Ein Blick hinter den Mythos

Diamanten gelten seit Jahrhunderten als platin vs weißgold für Reichtum, Luxus und ewige Liebe. Sie schmücken Verlobungsringe, Kronjuwelen und sind begehrte Wertanlagen. Doch immer wieder taucht die Frage auf: Sind Diamanten wirklich selten – oder ist ihre Knappheit ein geschickt geschaffener Mythos?

Die Entstehung von Diamanten

Diamanten entstehen in mehreren hundert Kilometern Tiefe im Erdmantel unter extremem Druck und hohen Temperaturen. Durch vulkanische Aktivitäten gelangen sie an die Erdoberfläche und werden in sogenannten Kimberlit-Pipes gefunden. Dieser Entstehungsprozess macht Diamanten zu einem geologisch faszinierenden Naturprodukt – doch er bedeutet nicht automatisch, dass sie extrem selten sind.

Vorkommen und Förderung

Weltweit gibt es zahlreiche sind diamanten selten, unter anderem in Ländern wie Russland, Botswana, Kanada, Südafrika und Australien. Jährlich werden Millionen Karat Diamanten gefördert. Der Großteil dieser Steine ist jedoch für die Schmuckindustrie ungeeignet und wird stattdessen in der Industrie verwendet, beispielsweise für Schneid- und Schleifwerkzeuge.

Für Schmuck geeignete, große und klare Diamanten sind tatsächlich seltener, doch kleine und mittelgroße Steine sind in viel größerer Menge vorhanden, als viele Menschen annehmen.

Die Rolle der Diamantenindustrie

Der Mythos der Seltenheit wurde stark durch Marketingkampagnen geprägt, insbesondere durch den Diamantenkonzern De Beers, der im 20. Jahrhundert den Markt kontrollierte. Mit dem berühmten Slogan „A diamond is forever“ wurde nicht nur der Diamant als Symbol der Liebe etabliert, sondern auch die Vorstellung verstärkt, dass Diamanten einzigartig und knapp seien.

In Wirklichkeit wurden Fördermengen bewusst reguliert, um das Angebot zu kontrollieren und die Preise hochzuhalten.

Natürliche vs. Laborgezüchtete Diamanten

In den letzten Jahren haben laborgezüchtete Diamanten den Markt verändert. Sie sind chemisch, physikalisch und optisch identisch mit natürlichen Diamanten, können jedoch zu einem Bruchteil der Kosten hergestellt werden. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass Diamanten nicht so „einmalig“ und „rar“ sind, wie oft dargestellt.

Fazit: Selten, aber nicht so selten wie gedacht

Diamanten sind zweifellos kostbar und aufwendig in ihrer Entstehung, doch ihre vermeintliche Seltenheit ist teilweise ein Ergebnis von geschicktem Marketing. Während besonders große, reine und farbige Diamanten tatsächlich selten und damit wertvoll sind, sind die meisten handelsüblichen Diamanten keineswegs so knapp, wie viele glauben.